Presse
Badische Neueste Nachrichten vom 20.03.2003
 
"Von Klassikern zu Pop-Oldies"
Swinging Five hatte ein Heimspiel vor begeistertem Publikum

Hambrücken. "Das älteste Musikinstrument des Menschen ist seine Stimme." Und damit konnte das Sextett Swinging Five im Hambrückener Pfarrsaal vortrefflich spielen.

Der kleine grüne Kaktus der Comedian Harmonists stand nicht nur draußen auf dem Balkon, sondern stach auch bei dem begeisterten
Auditorium. A capella war das Zauberwort der sechs Musiker, das für zwei Stunden einen ganzen Saal verzauberte und zum Toben brachte.

Größtenteils selbst arrangiert sind die zahlreichen Stücke, "schließlich ist eine derartige Besetzung eher selten", meinte Klaus Brenner. Zusammen mit Mathias Baron, Hagen Köhler, Karsten Knodel, Oliver Decker und Gerd Krempel wurde das Heimspiel in Hambrücken mit "Heavenly Bodies" begonnen, das den Akteuren "wie auf den Leib geschneidert war". Viel Gefühl gab es dann bei "Blue Moon" und "Dream" von den Everly Brothers.

Ihre schauspielerischen Fähigkeiten bewiesen die Swinging Six nicht zuletzt bei dem Charthit des letzten Jahres "Something Stu-
pid", das schon Frank Sinatra, Robbie Williams und Nicole Kidman interpretiert hatten und etwas fürs Auge war auch dabei.
Schließlich hatte Karsten Knodel nach Angaben von Gerd Krempel, "seine Haare seit Wochen nur noch mit Rohrreiniger gebleicht".

Eine deutsche Version des Beatles-Hits "She Loves You" durfte bei dem Auftritt nicht fehlen.

Paul Simons "Fifty Ways To Leave A Lover" und Oliver Decker als täuschend echter Sohn Mannheims mit "Sag es laut" unterhielten das Publikum aufs Beste. Deckers Verwandlungskünste kamen auch bei Freddy Mercurys "Seaside Rendezvous" als engagierter Gigolo zum Vorschein, Gerd Krempel hingegen zeigte sich beim "Chanson d'Amour" als Gilbert Becaud mit Hut und Mantel. "Good Vibrations" der Beach Boys wurde nur zunächst verschmäht,
ehe dann bei Queens "Don't Stop Me Now" endgültig die Luftgitarre zu Musik "à la Swinging Five" hervorgeholt wurde.

Abbas "Take A Chance On Me" mutierte auf sympathische Weise zum Ententanz, "Wonderful World" und "Lollipop" passten ebenso brillant ins Repertoire. "So Lonely" von Police fand fast eine badische Übersetzung mit "So aloi", bis zu Grönemeyers "Mambo" im Bobby-Car die Runden gedreht wurden. "Don't worry, be happy" und ein weiterer Song der Comedian Harmonists bildeten den Abschluss des Abends, der die Zuschauer zu wahren Jubel-
stürmen hinriss und erst nach drei Zugaben ein Ende fand.

Das neue Programm der Swinging Five "And so it goes" wird übrigens noch in Ubstadt, Huttenheim, Hambrücken, Untergrombach und Bad Schönbom aufgeführt.

spö

[zurück]