Presse
Enztäler vom 19.02.2003

Altbekanntes erhält einen völlig neuen Schliff
Vokalsextett Swinging Five zu Gast bei Kultur & Kleinkunst in Straubenhardt / Publikum regelrecht in Staunen versetzt

Straubenhardt-Ottenhausen. Zum wiederholten Mal waren die »Swinging Five« zu Gast bei Kultur & Kleinkunst des Bürgerschaftlichen Engagements in Straubenhardt.

Zwischenzeitlich scheint das Vokalsextett aus Hambrücken dort eine treue Fangemeinde zu besitzen. Die Nachfrage nach Karten war weitaus größer als Plätze im evangelischen Gemeindehaus Ottenhausen zur Verfügung standen, weshalb etliche Interessenten bereits vor Konzertbeginn den Heimweg antreten mussten.

Diejenigen, die das Glück hatten, sich bereits im Vorverkauf Karten gesichert zu haben oder am Ende gar bereit waren, sich mit Stehplätzen zu begnügen, kamen in den Genuss eines außergewöhnlichen Konzertabends.

Das Angebot war phänomenal: Ob Liebeslieder, Balladen, die zum Träumen einladen, Beatles- und Abba-Songs, Hits aus den vergangenen vier Jahrzehnten, Schlager und Deutschrock, das Repertoire der sechs sympathischen Sänger schien nahezu unerschöpflich zu sein.

In den swingenden A-Capella-Arrangements von Klaus Brenner erhielt Altbekanntes einen ganz neuen Schliff, wurden Schnulzen, nicht ohne ein ironisches Zwinkern, aufgepeppt, wurde »neu« auf »alt« getrimmt, erlebten die Zuschauer eine unglaubliche Stimmakrobatik vom höchsten Kopf-Oberton des Tenors Hagen Köhler bis in die tiefsten Bauchlagen von Bassist Gerd Krempel. Instrumente (Keyboard und Perkussion) nahmen nur eine begleitende Funktion ein. Ansonsten ersetzten die Stimmen von Ma-
thias Baron, Hagen Köhler, Klaus Brenner, Karsten Knodel, Oliver Decker und Gerd Krempel mit ihrer lautmalerisch nachempfundenen Instrumentierung Bass-, Rhythmus- und Melodieinstrumente. Zu musikalischen Höchstleistungen fuhr diese »Orchesterbesetzung« mit Bläsern und Streichern in einem rein
instrumentalen Stück von Duke Ellington auf.

So mancher kam ins Staunen, als er verfolgen konnte, zu welchen Klangbildern Kehlkopf, Zunge, Gaumen, Lippen und Nase, hie und da von den Händen unterstützt fähig sind, wenn man sie nur technisch versiert einzusetzen weiß. Egal, ob bei »Good vibrations«, »Lollipop« oder »Rama la ding dong«, das Publikum ging begeistert mit.

Karin Ferenbach